Erstes Gebot: Du sollst an einen Gott glauben!

Von DDDr. Peter Egger, Brixen

1) Die Existenz Gottes
2) Das Wesen Gottes
3) Die Bedeutung Gottes
4) Der Glaube an Gott
5) Das Gebet zu Gott
6) Glaube in Gefahr

1) DIE EXISTENZ GOTTES

Wenn wir an Gott glauben wollen, müssen wir uns zunächst die Frage stellen, ob es Gott überhaupt gibt. Es gibt für uns mehrere Wege, die uns die Existenz Gottes erkennen lassen:

a) Der Weg über die Natur

Der erste Weg zu Gott führt über die Natur. Die Natur weist wunderbare Gesetzmäßigkeiten und eine großartige Ordnung auf. Diese Gesetzmäßigkeiten und diese Ordnung lassen uns erkennen, dass der Natur ein grandioser Plan zugrunde liegt. Wo es aber einen Plan gibt, braucht es auch einen planenden Geist, der diesen Plan erdacht und in die Tat umgesetzt hat. Auf diese Weise gelangen wir zur Erkenntnis, dass es über der Natur ein geistiges Wesen geben muss, dass diese Natur erdacht und geschaffen hat. Dieses geistige Wesen aber nennen wir Gott.

b) Der Weg über das Gewissen

Der zweite Weg zu Gott führt über das Gewissen. Wir erfahren in unserem Inneren eine „Stimme“, die uns zum Guten ermutigt und uns vor dem Bösen warnt. Diese „Stimme“ lobt uns, wenn wir etwas Gutes getan haben, und tadelt uns, wenn wir uns für etwas Böses entschieden haben. Das Gewissen stärkt uns in schwierigen Augenblicken und tröstet uns, wenn wir um des Guten willen verfolgt werden. Wir erleben dabei, dass das Gewissen nicht ein Stück von uns selbst ist. Das Gewissen spricht mit einer eigenen „Stimme“ und steht unserem Ich gegenüber. Im Gewissen meldet sich eine absolute, geistige und moralische Autorität, die uns übersteigt. Diese absolute geistige Autorität, die sich in unserem Gewissen an uns wendet, ist Gott.

c) Der Weg über die Philosophie

Der dritte Weg zu Gott führt über die Philosophie. Die Philosophie weist uns darauf hin, dass alle Dinge eine Ursache haben. Die Philosophie fragt schließlich nach der ersten Ursache, auf die alle anderen Dinge zurückgehen. Diese erste Ursache muss so beschaffen sein, dass sie ihrerseits keine weitere Ursache mehr braucht. Das bedeutet aber, dass diese erste Ursache absolut sein muss, und somit losgelöst (lat. absolutus) ist von jeder anderen Ursache. Diese erste Ursache muss aber auch in dem Sinn absolut sein, dass sie alles andere hervorbringen kann. Eine solche absolute Ursache aber nennen wir Gott.

d) Der Weg über die Heilige Schrift

Der vierte Weg zu Gott führt über die Heilige Schrift. Das Alte Testament berichtet uns, wie Gott in die Geschichte eingegriffen und sich dem Volk Israel geoffenbart hat. Die vielen wunderbaren Fügungen in der Geschichte des Volkes Israel, aber auch der Gottesbegriff und die Moral dieses Volkes lassen uns das Wirken und die Offenbarung Gottes deutlich erkennen. Aber auch das Neue Testament weist viele Berichte auf, in denen das Übernatürliche greifbar wird: Die Gestalt Jesu, seine Wunder, seine Totenerweckungen, seine Dämonenaustreibungen und schließlich seine Auferstehung lassen uns das Wirken Gottes klar erkennen. So ist also auch die Heilige Schrift eine Möglichkeit, die Existenz und das Wirken
Gottes zu erkennen.

e) Der Weg über die persönliche Erfahrung

Der fünfte Weg zu Gott führt über die persönlichen Erfahrungen. Viele Menschen haben in einer schweren Krankheit, durch die glückliche Errettung aus einer schwierigen Notsituation oder bei der Begegnung mit einer begnadeten Person die Nähe und das Wirken Gottes erfahren. Diese Gotteserfahrungen haben meistens einen ganz persönlichen Charakter, der nur für die betreffende Person von Bedeutung ist. Aber diese persönlichen Erfahrungen lassen den einzelnen Menschen Gott weit tiefer erkennen als jeder andere Weg.

ZUSAMMENFASSUNG:

DIE ERKENNTNIS GOTTES

a) Der Weg über die Natur
b) Der Weg über das Gewissen
c) Der Weg über die Philosophie
d) Der Weg über die Heilige Schrift
e) Der Weg über die persönlichen Erfahrung

2) DAS WESEN GOTTES

Wenn wir an Gott glauben wollen, dann müssen wir auch wissen, wer Gott ist. Es ist zwar für uns Menschen nicht möglich, das göttliche Wesen in seiner ganzen Tiefe zu begreifen. Aber aufgrund der natürlichen Gotteserkenntnis durch die Vernunft und der übernatürlichen Offenbarung Gottes durch die Propheten und Jesus Christus können wir einige wichtige Aussagen über das Wesen Gottes treffen.

a) Gott der Schöpfer

Gott ist zunächst der Schöpfer. Er hat die unsichtbare Welt der Engel und die sichtbare Welt der Menschen geschaffen. Gott hat wunderbare Gesetze in die Natur hineingelegt, die die Abläufe der Natur regeln und ordnen. Er hat auch Gebote für den Menschen aufgestellt, von denen das Leben des einzelnen und der Gemeinschaft abhängt. Gott hat dem Menschen die Schöpfung anvertraut und ihn zum Herrn über die Schöpfung bestellt. Der Mensch muss aber die Schöpfung im Sinne Gottes gebrauchen.

b) Gott der Herr

Gott ist dann auch der Herr. Er ist als absolutes Wesen der Herr über die Schöpfung und den Menschen. Gott ist das Höchste und Größte, vor dem sich der Mensch in Ehrfurcht verneigen muss. Der Mensch ist Gott unterstellt und muss daher den Willen Gottes erfüllen und ihm gehorchen. Der Mensch ist aufgerufen, Gott als seinem höchsten Herrn zu dienen. Gott hat zwar dem Menschen die Freiheit gegeben, aber der Mensch ist aufgerufen und verpflichtet, die Freiheit nach den Anweisungen Gottes zu gebrauchen.

c) Gott der Vater

Gott ist aber auch Vater. Gott ist ein Vater, der den Menschen liebt und sich um ihn kümmert. Er hat dem Menschen eine wunderbare Welt als Wohnstätte gegeben. Gott führt den Menschen über das Gewissen und zeigt ihm die Wege zu Heil und Glück. Er ermutigt und tröstet uns, wenn es uns schlecht geht. Gott verzeiht uns und nimmt uns immer wieder auf, wenn wir in Reue zu ihm zurückkehren. Er hat sogar seinen eigenen Sohn in die Welt gesandt, um uns zu retten und heimzuholen. Gott ist unser Vater und ein Gott der Liebe.

d) Gott der Richter

Gott ist weiters auch Richter. Gott richtet jeden Menschen nach dem Tod und beurteilt alle seine Gedanken, Worte, Werke und Unterlassungen. Er belohnt jeden Menschen für seine guten Werke und bestraft jeden für seine bösen Taten. Er beurteilt jeden Menschen mit absoluter Gerechtigkeit und schaut nicht auf das Ansehen, das ein Mensch in dieser Welt genossen hat. Gott ist ein barmherziger und gnädiger Richter, wenn der Mensch vor seinem Tod seine Sünden bereut hat. Aber er ist ein gestrenger Richter, wenn der Mensch bis zu seinem Tod nicht umkehrt.

e) Der dreifaltige Gott

Gott ist schließlich auch ein dreifaltiger Gott. Gott hat sich im Laufe der Heilsgeschichte als Vater und Schöpfer, als Sohn und Erlöser und als Heiliger Geist gezeigt. Er ist ein einziges Wesen, das aber in drei Personen existiert. Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist sind voneinander verschieden, bilden aber miteinander den einen Gott. Die Dreifaltigkeit ist das tiefste Geheimnis des göttlichen Wesens.

ZUSAMMENFASSUNG:

DAS WESEN GOTTES

a) Gott der Schöpfer
b) Gott der Herr
c) Gott der Vater
d) Gott der Richter
e) Der dreifaltige Gott

3) DIE BEDEUTUNG GOTTES

Der Glaube an Gott setzt schließlich auch voraus, dass wir uns fragen, welche Bedeutung Gott für unsere Person und für unser Leben hat. Die meisten Menschen glauben zwar, dass es einen Gott gibt und dass Gott ein persönliches Wesen ist. Aber viele Menschen haben noch nicht begriffen, welche Bedeutung Gott für ihr Leben hat. Solange sie diese Bedeutung Gottes nicht wirklich erkannt haben, können sie auch keine tiefere Beziehung zu Gott entwickeln. Gott bleibt dann für sie ein Wesen, das irgendwo über den Wolken existiert, aber keinen Einfluss auf die Gestaltung und Ausrichtung ihres Lebens hat. Vielleicht ist diese Frage deshalb die wichtigste Frage, die sich ein Mensch stellen muss, bevor er zu einem echten Glauben an Gott gelangt.

a) Gott als Ursprung

Gott ist zunächst der Ursprung des Menschen. Gott hat die Menschen aus Liebe geschaffen. Daher ist jeder Mensch ein Kind Gottes und von Gott gewollt. Die Gotteskindschaft verleiht jedem Menschen eine hohe und unantastbare Würde. Als Freund Gottes steht er unter dem Schutz Gottes und muss von jedem Menschen geachtet werden. Die Tatsache, dass der Mensch von Gott geschaffen und gewollt wurde, ist für die Identität und Einschätzung des Menschen von grundlegender Bedeutung. Ohne diesen Ursprung in Gott käme der Mensch aus dem Nichts und wäre ein Produkt des Zufalls. Er wäre dann hineingeworfen in das Dasein und wüsste nicht um sein Woher. Er wäre ein blinder Passagier auf einem kleinen Wandelstern in den Abgründen des Weltalls. Als Kind des Nichts und als Produkt des Zufalls hätte er keine höhere Berufung und damit auch keine höhere Würde. Ohne Gott ist auch der Mensch nichts.

b) Gott als Orientierung

Gott ist auch für die Orientierung des Menschen entscheidend. Wenn der Mensch sich nach den Geboten und nach dem Willen Gottes richtet, dann hat er eine klare Orientierung für sein Leben. Er weiß dann, auf welche Werte es ankommt, und weiß auch, wo ihm Gefahren drohen und wo er sich in acht nehmen muss. Ohne Orientierung an Gott passiert es sehr leicht, dass der Mensch ewig ein Suchender und Irrender bleibt, der sein ganzes Leben herumprobiert und experimentiert. Er gleicht dann dem alten Faust, der (mit Hilfe des Teufels!) alle möglichen Daseinsformen des Menschen durchexerziert, bis er dann nach vielen Irrungen und Wirrungen am Ende seines Lebens draufkommt, was er eigentlich tun sollte. Das Leben dieses faustischen Menschen zeigt in aller Deutlichkeit, zu welchen Verirrungen und Leiden die Orientierungslosigkeit des gottlosen Menschen führt.

c) Gott als Zuflucht

Gott ist oft auch die Zuflucht des Menschen. Im Leben eines jeden Menschen gibt es Augenblicke, in denen er sich unverstanden und verlassen fühlt. Es gibt Momente, in denen der Mensch unheimlich ungeborgen und schutzlos ist. Es kann die Angst vor einer großen Operation sein. Es kann aber auch das Elend in einer Ehe oder die Sorge um einen verlorenen Sohn und eine verlorene Tochter sein. Manchmal ist es auch der Tod eines unersetzlichen Menschen, oder die Hölle der eigenen Depressionen, oder das Ausgestoßensein aus der Dorfgemeinschaft. Oft bleibt uns dann nur die Zuflucht zu Gott, der unsere einzige Klagemauer und einziger Trost ist. Gott ist der einzige, der uns immer zuhört. Er trägt uns auch dann, wenn uns alle anderen fallen lassen. Er ist oft unsere letzte Zuflucht. Wehe uns, wenn wir in gewissen Augenblicken und Situationen nicht unsere Zuflucht zu Gott nehmen könnten!

d) Gott als Erlöser

Gott ist auch der Erlöser des Menschen. Gott ist heute oft die letzte Hoffnung auf Erlösung, wenn der Mensch an unheimlichen Ängsten, Zweifeln und Lastern leidet. Der moderne Mensch, der bisher an die unbegrenzten Möglichkeiten der Psychologie, der Psychiatrie und der Medizin geglaubt hat, erlebt heute vielfach die Begrenztheit und Ohnmacht dieser Wissenschaften. Er erfährt, dass die verschiedenen Therapien kaum etwas gegen die Ängste und Depressionen, den Alkoholismus und die Drogenabhängigkeit, die Magersucht und die Fresssucht ausrichten können. Er erlebt aber auch seine grenzenlose Ohnmacht bei der Erziehung der jungen Generation, die durch falsche Freunde, perverse Zeitschriften, verrückte Musikstücke, liberale Moralvorstellungen und ein absurdes Disko- und Nachtleben auf völlig falsche Bahnen geratet. Er merkt aber auch das zunehmende Chaos im Bereich der Politik und der Wirtschaft. Er spürt schließlich auch in zunehmendem Maß die Ketten des Okkultismus, die ihn infolge von verschiedenen okkulten und magischen Praktiken fesseln. Wir alle spüren immer deutlicher, dass uns heute nur noch Gott helfen und erlösen kann. Ohne die Erlösung Gottes geht der moderne Mensch an seinem eigenen Elend zugrunde!

e) Gott als Ziel und Sinn

Gott ist schließlich auch das höchste Ziel und der letzte Sinn des Menschen. Gott ist als absolutes Wesen imstande, dem Menschen eine letzte Erfüllung zu schenken. Der Mensch ist von seiner innersten Natur darauf angelegt, das Absolute zu suchen. Sein Herz findet keine Ruhe, bevor es nicht das Absolute gefunden hat. Die moderne Welt versucht, den Menschen mit allen möglichen Formen von Scheinsinn abzuspeisen: Sie gaukelt ihm vor, dass materielle Güter, Lust und Vergnügen, Sensationen und Ekstasen, Macht und Prestige usw. usf. einen dauerhaften Lebenssinn vermitteln können. Aber immer mehr Menschen begreifen, dass alle diese Dinge nur einen Teil-Sinn oder einen Schein-Sinn darstellen, und dass sie einem gigantischen Selbstbetrug aufsitzen, wenn sie diese Dinge als höchstes Ziel und letzten Sinn anstreben. Das höchste Ziel und der letzte Sinn kann für den Menschen nur etwas Absolutes, d. h. Gott sein. Deshalb ist Gott auch als Ziel und Sinn des Menschen von absoluter Bedeutung.

ZUSAMMENFASSUNG:

DIE BEDEUTUNG GOTTES

a) Gott als Ursprung
b) Gott als Orientierung
c) Gott als Zuflucht
d) Gott als Erlöser
e) Gott als Ziel und Sinn

4) DER GLAUBE AN GOTT

Wir haben nun über die Existenz, das Wesen und die Bedeutung Gottes gesprochen. Wir haben erfahren, dass es Gott tatsächlich gibt; wir wissen aber auch, wer Gott ist und warum der Glaube an Gott von so großer Wichtigkeit ist. Wir wollen uns nun um eine echte Entscheidung für Gott bemühen. Dazu müssen wir aber auch von Gott die nötige Gnade erbitten, denn ohne die Gnade Gottes ist es nicht möglich, zu einem tiefen Glauben an Gott zu gelangen.

a) Die Entscheidung für Gott

Die Glaube an Gott verlangt zunächst, dass wir Gott an die erste Stelle setzen. Er muss für uns der Herr sein, nach dem wir unser ganzes Leben ausrichten. Sein Wille muss für uns der oberste Maßstab sein. Gott muss also das Wichtigste in unserem Leben sein! Leider ist es für viele von uns so, dass Gott in der Werte-Skala sehr weit unten aufscheint. Da gibt es tausend andere Sachen, die wichtiger sind als Gott: Freundschaften, Karriere, Hobbies... Viele denken nur am Abend kurz an Gott, bevor sie nach der Bettlektüre schon fast hinübergedämmert sind. Für andere ist Gott nur ein Feuerwehrmann, den sie anrufen, wenn es brenzlig wird. Für viele von uns ist Gott also nicht das Erste, sondern eher das Letzte in ihrem Leben! Da braucht es eine regelrechte Umkehrung der Werte-Skala: Wir müssen Gott von der letzten Stelle an die erste Stelle rücken, wir müssen Gott vom Rand unserer Existenz in den Mittelpunkt unserer Existenz versetzen.

b) Die Übergabe an Gott

Der Glaube an Gott besteht dann auch darin, dass wir uns ganz Gott anvertrauen. Als glaubende Menschen stellen wir unser Leben in Gottes Hand und übergeben uns ganz Gott. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns führen und leiten wird. Wir vertrauen auf die göttliche Vorsehung und fühlen uns ganz in Gott geborgen. Wir sind bereit, auf Gott zu hören und seinen Willen zu erfüllen. Wir wissen, dass Gott einen ganz bestimmten Plan mit uns hat und versuchen, diesen Plan Gottes zu entdecken und zu verwirklichen. Wir sind auch bereit, die verschiedenen Kreuze, die Gott uns auferlegt, geduldig zu ertragen: Wir wissen ja, dass Gott auch bestimmte Prüfungen zulässt, um auf diese Weise unseren Glauben zu vertiefen und zu läutern. Wir fühlen uns durch den Glauben so in Gott verankert und geborgen, dass wir auch bei großen Prüfungen heiter und gelassen bleiben... Ein solcher Glaube muss allerdings erst langsam wachsen. Er braucht auch die Erfahrung vieler Jahre, in denen wir immer wieder erlebt haben, dass Gott uns trägt.

c) Der Dienst an Gott

Der Glaube an Gott zeigt sich dann auch in der Bereitschaft, Gott zu dienen. Als glaubende Menschen stellen wir uns ganz Gott zur Verfügung. Wir sind bereit, am Aufbau des Gottesreiches mitzuarbeiten. Wir fragen uns, wie wir unsere Gaben, unsere Mittel und unsere Zeit am besten für Gott und sein Reich einsetzen können. Es gibt so viele Berufungen, Gott zu dienen: als Priester, Lehrer, Beamter, Handwerker, Fabrikarbeiter; als Klosterfrau, Familienmutter, Ärztin, Erzieherin, Sekretärin, Krankenschwester, Fabrikarbeiterin. Es finden sich so viele Stätten, an denen wir für Gott wirken können: In der Pfarre, in der Familie, in der Schule, im Büro, in der Fabrik. Es gibt auch so viele Formen, in denen wir Gott dienen können: das Gebet, die Dienste in der Pfarre, die Glaubensunterweisung der Kinder, der Einsatz für die Armen, Alten und Kranken, das geduldige Ertragen von verschiedenen Leiden... Unser Glaube sollte in einem ständigen Dienst an Gott und seinem Reich bestehen!

d) Die Liebe zu Gott

Die höchste Vollendung des Glaubens besteht schließlich in der ständigen Liebe zu Gott. Diese Liebe zu Gott beginnt zunächst mit der Erkenntnis, dass das ganze Leben ein Geschenk Gottes ist: Gott hat uns gute Eltern gegeben, die mit viel Liebe für uns sorgen; er hat uns eine schöne Heimat geschenkt, die uns mit ihrer wunderbaren Natur erfreut; er gibt uns das tägliche Brot, das uns ernährt und sättigt; er schenkt uns Freunde, die uns durch das Leben begleiten; er beruft uns zur ewigen Seligkeit und gibt unserem Leben einen letzten Sinn. Wenn wir über diese Dinge nachdenken, dann entsteht in uns ein Gefühl tiefer Dankbarkeit und Liebe gegenüber Gott. Auch die Erfahrung der ständigen Führung und Begleitung durch Gott lässt unsere Liebe zu Gott wachsen: Wenn wir in unserem Inneren erfahren, wie Gott uns führt, wie er uns ermutigt und warnt, tröstet und aufrichtet, wächst auch unsere Liebe zu Gott. Ihre größte Tiefe erfährt unsere Liebe zu Gott aber in der persönlichen Begegnung mit Gott im Gebet: Wenn wir Gott im Gebet betrachten, dann beginnt in unserem Herzen eine heimliche Quelle zu fließen, aus der die Liebe Gottes in unseres Inneres quillt. Sie erfüllt unsere Seele mit Licht, Kraft, Wärme, Hoffnung und Zuversicht. Sie erfüllt uns aber auch mit einer unstillbaren Sehnsucht und einer unendlichen Liebe zu Gott. So führt also der gelebte Glaube auch zu einer immer größeren Liebe zu Gott!
Wenn unser Glaube von der Liebe zu Gott erfüllt ist, dann ist er auch voller Begeisterung und kann andere Menschen ansprechen und gewinnen. Wenn wir Gott von Herzen lieben, dann sind wir auch bereit, jede Mühe und jedes Opfer für das Reich Gottes auf uns zu nehmen. Dann spüren wir keine Müdigkeit und keine Traurigkeit, dann berührt uns weder Spott noch Verachtung. Die Liebe zu Gott gibt uns auch die Kraft, eine Verfolgung auf uns zu nehmen. Bei den Heiligen führt die Liebe zu Gott sogar zur Hingabe des eigenen Lebens.

ZUSAMMENFASSUNG:

DER GLAUBE AN GOTT

a) Die Entscheidung für Gott
b) Die Übergabe an Gott
c) Der Dienst an Gott
d) Die Liebe zu Gott

5) DAS GEBET ZU GOTT

Wenn wir an Gott glauben, dann werden wir uns darum bemühen, mit Gott in Verbindung zu treten. Dieses Bemühen, mit Gott in Verbindung zu treten, führt uns zum Gebet.

a) Das Wesen des Gebets

Das Gebet besteht zunächst im Gespräch mit Gott. Der Mensch darf mit Gott so sprechen, wie ein Kind mit seinem Vater spricht. Wir dürfen als Sohn oder als Tochter an Gott herantreten und zu ihm "Du" sagen. Das Gebet ist aber auch die Erhebung des Geistes zu Gott. Beim Gebet richtet sich unser Geist ganz auf Gott aus und tritt mit ihm in eine innere geistige Verbindung. Je mehr wir in den Geist des Gebets eindringen, desto mehr wird unser ganzes Leben zu einem Gebet. Wir sind uns dann bei allem, was wir tun, der Gegenwart Gottes bewusst, und vollbringen alles in der geistigen Einheit mit Gott.

b) Das Gebet des Herzens

Das Gebet ist eine Sache des Herzens. Wir können nur dann wirklich beten, wenn wir in der Tiefe unseres Herzens beten. Das Herz ist der Ort, wo wir Gott begegnen und wo wir Gott lieben können. Wir dürfen also Gott nicht außerhalb von uns selbst oder gar über den Wolken suchen. Wir müssen vielmehr in unser Herz hinabsteigen, um Gott zu finden. Das Herz ist der Ort, wo Gott auf uns wartet. Das Herz ist aber auch der Ort, wo Gott uns durch das Gewissen antwortet. Nur im Herzen kann es zum persönlichen Gespräch zwischen Gott und uns kommen. Die Sprache des Herzens ist keine Sprache der Worte, sondern eine unmittelbare Sprache. Sie ist viel direkter und persönlicher als jede menschliche Sprache. Diese Sprache muss aber erst erlernt werden und braucht eine gewisse Übung. Wir müssen daher einige Zeit investieren, um die Sprache des Herzens zu erlernen.

c) Die Arten des Gebets

Es gibt verschiedenste Arten des Gebets. Die wichtigsten Arten des Gebets sind das Bittgebet, das Dankgebet und der Lobpreis. Beim Bittgebet wenden wir uns mit den verschiedensten Anliegen an Gott. Wir wissen, dass wir Gott um alles bitten dürfen. Aber wir müssen Gott die Entscheidung überlassen, ob er unsere Bitten erhört oder nicht. Beim Dankgebet erweisen wir Gott unsere Dankbarkeit für all das Gute, das wir Tag für Tag von ihm empfangen. Leider wird gerade dieses Gebet von uns sehr häufig vernachlässigt. Beim Lobpreis erweisen wir Gott die Ehre und preisen ihn als unseren Schöpfer, Herrn und Vater. Wir preisen seine Größe und Herrlichkeit, seine Allmacht und seine Güte.

d) Das freie Gebet und das Formel-Gebet

Beim Gebet wird dann auch das freie Gebet und das Formel-Gebet unterschieden. Beim freien Gebet sprechen wir mit unseren eigenen Worten zu Gott. Beim Formel-Gebet verwenden wir vorgegebene Formeln, wie z. B. das "Vater unser". Das freie Gebet hat den Vorteil, dass es persönlich ist; es hat aber den Nachteil, dass es nicht immer leicht ist, persönliche Gedanken auszudrücken. Das Formel-Gebet hat den Vorteil, dass es ganz bestimmte Schwerpunkte vorgibt; es hat aber den Nachteil, dass wir es oft gedankenlos herunterleiern. Beide Gebetsformen haben ihren Wert und ihre Bedeutung: Das freie Gebet kommt aus dem innersten Herzen und ist ein spontaner Ausdruck unserer Person und einer bestimmten Situation; das Formel-Gebet hingegen erinnert uns an bestimmte Schwerpunkte und ist die Voraussetzung für ein gemeinsames Gebet. Wir sollten deshalb beide praktizieren.

e) Das Einzel- und das Gemeinschafts-Gebet

Weiters unterscheiden wir das Einzel- und das Gemeinschafts-Gebet. Jeder von uns betet persönlich und in Gemeinschaft. Das Einzel-Gebet führt zur persönlichen Begegnung mit Gott und lasst uns den persönlichen Anruf Gottes in unserem Herzen hören. Das Gemeinschafts-Gebet hingegen vereinigt die Christen vor Gott und lässt sie gemeinsam Gott loben und preisen. Das Gemeinschafts-Gebet verstärkt aber auch das Gebet des einzelnen und verleiht seinen Bitten mehr Kraft. Das Gemeinschafts-Gebet führt schließlich dazu, dass Christus selbst mitten unter den Betenden gegenwärtig ist. Für ein vertieftes Gebetsleben braucht es sowohl das Einzel- wie auch das Gemeinschafts-Gebet.

f) Die Haltung beim Gebet

Wir wollen uns nun fragen, welche Voraussetzungen zu einem guten Gebet erforderlich sind. Das Gebet verlangt zunächst eine entsprechende äußere Haltung. Die äußere Haltung hat die Aufgabe, unsere Ehrfurcht gegenüber Gott zum Ausdruck zu bringen. Wir sollten deshalb nie in einer nachlässigen oder windschiefen Haltung beten. Unsere Gebetshaltung sollte auch nicht von einer bestimmte "Meditations-Technik" geprägt werden oder gar nur der seelischen "Entspannung" dienen. Die Haltung beim Gebet soll stets deutlich machen, dass wir auf Gott ausgerichtet sind und uns in Demut und Freude unserem Vater zuwenden. Die Haltung beim Gebet soll aber auch eine Hilfe dafür sein, dass wir uns besser sammeln und konzentrieren können. Wenn wir die Hände zum Gebet falten, dann sind sie "gebunden" und tändeln nicht mit allen möglichen Dingen herum. Wenn wir knien, dann sind wir leichter bei der Sache, als wenn wir im Bett liegen und dabei riskieren, jeden Augenblick einzuschlafen. Wenn wir in gerader Haltung auf einem Stuhl sitzen, können wir leichter beten, als wenn wir auf einem bequemen Lehnstuhl schaukeln oder in einem weichen Plüschsessel versinken. Die äußere Haltung ist also eine wesentliche Hilfe für unser Gebet.

g) Die Zeiten des Gebets

Das Gebet erfordert auch ganz bestimmte Zeiten. Wir sollten uns vornehmen, wenigstens am Morgen und am Abend kurz zu beten. Am Morgen wollen wir den neuen Tag mit Gott beginnen und ihn bitten, dass er unsere Entscheidungen und unsere Begegnungen mit seinem Segen begleite. Das Morgengebet hat aber auch den Sinn, dass wir gleich am Beginn des Tages nach dem Willen Gottes fragen und damit die Schwerpunkte des Tages richtig setzen. Am Abend wollen wir uns wieder an Gott wenden und vor ihm über den vergangenen Tag Bilanz ziehen. Im Gebet erkennen wir, was wir vor Gott richtig und falsch gemacht haben. Wir können dann Gott für alles Gute danken und ihn für alles Böse um Verzeihung bitten. Wir müssen uns als Christen ernsthaft darum bemühen, die Gebets-Zeiten am Morgen und am Abend einzuhalten. Diese Gebets-Zeiten sind für unser Gebetsleben entscheidend.

h) Die Dauer des Gebets

Für das Gebet ist auch die Dauer von großer Wichtigkeit. Es gibt kurze Gebete, wie etwa die Stoß-Gebete, und längere Gebete, wie z. B. die betrachtenden Gebete. Die Praxis zeigt, dass es sowohl die kurzen als auch die längeren Gebete braucht. Die kurzen Gebete ermöglichen es, während des Tages immer wieder einen Kontakt zu Gott herzustellen. Sie sind meistens ein kurzer Gruß an Gott oder ein intensiver Hilferuf in schwierigen Augenblicken. Sie richten unseren Willen wieder auf Gott aus und bewirken oft eine innere "Kurs-Korrektur". Die längeren Gebete haben hingegen die Aufgabe, ein tieferes Eindringen und Verweilen in Gott herbeizuführen. Wir sollten mindestens einmal am Tag etwas länger beten. Nur das längere Gebet ermöglicht es uns, in die Tiefe zu gehen. Es braucht einfach eine gewisse Zeit, bis wir uns vom Trubel des Alltags lösen und in die geistige Welt des Gebets vorstoßen. Und es braucht wiederum eine längere Zeit der Einheit mit Gott, bis der Geist Gottes in uns zu wirken beginnt. Deshalb ist es ratsam, dass wir uns einmal am Tag die Zeit nehmen, etwa 20 Minuten lang zu beten. Ohne ein längeres Gebet riskieren wir, dass wir an der Oberfläche bleiben und Gott uns kaum innerlich berühren kann. Nur wenn wir jeden Tag eine längere Zeit bei Gott verweilen, können wir genügend von seinem Geist aufnehmen, um dem Zeit-Geist zu widerstehen. Wer heute wirklich beten will, muss genügend Zeit in das Gebet investieren.

i) Die Orte des Gebets

Beim Gebet spielt auch die Umgebung eine wichtige Rolle. Das Gebet verlangt nach einem Ort der Stille, der es uns ermöglicht, aus dem Lärm und aus der Hektik herauszutreten. Das Gebet erfordert aber auch einen Ort, der eine beschauliche Atmosphäre vermittelt und die geistige Erhebung zu Gott erleichtert. Diese Atmosphäre wird auch durch ein Kruzifix, ein religiöses Bild, eine Madonnen-Statue, eine Kerze verstärkt. Auch geistliche Musik kann dazu beitragen, dass wir uns leichter auf das Gebet einstimmen können. Wenn wir unser Gebet in bewusster Weise pflegen wollen, dann sollten wir auch auf den richtigen Gebets-Ort großen Wert legen. Ein solcher Gebets-Ort kann unser eigenes Zimmer sein, es kann aber auch ein kleines Mansarden-Zimmer im Dachboden oder ein versteckter Ort unter einer Gartenlaube sein. Viele Menschen haben aber aufgrund der engen Wohnverhältnisse keine Möglichkeit, sich einen solchen Ort des Gebets zu schaffen. Für solche Menschen ist es ratsam, sich in einer nahegelegenen Kirche oder Kapelle ein stilles Plätzchen zu suchen. Fast in allen Gotteshäusern gibt es stille Winkel, in denen man in aller Ruhe beten kann. Solche Orte des Gebets sind sehr wertvoll und für viele moderne Menschen zu einer Zufluchtsstätte geworden.

j) Die Beständigkeit im Gebet

Das Gebet kann nur dann fruchtbar sein, wenn wir beständig und regelmäßig beten. Das Gebet ist die Nahrung für unsere Seele. Unsere Seele braucht genauso eine regelmäßige Nahrung wie unser Körper. Leider sind wir oft sehr unbeständige Beter. Wir beten meistens nur dann, wenn wir in Not sind oder wenn wir gerade in Stimmung sind. Ein solches Gebet ist aber nicht ausreichend, um unsere Seele wirklich zu einer ständigen Einheit mit Gott gelangen zu lassen. Wir müssen uns deshalb um die Beharrlichkeit im Gebet bemühen. Unser Gebet darf nicht von bestimmten Nöten und Stimmungen abhängen, sondern muss zu einer inneren Haltung werden. Das verlangt oft eine große Anstrengung! Es gibt Zeiten, in denen wir absolut keine Lust zum Gebet verspüren. Wir sollten uns aber gerade in diesen Zeiten darum bemühen, beständig weiterzubeten. Gott schaut auch darauf, ob wir ihm in lustlosen Zeiten die Treue halten.

k) Die Schwierigkeiten beim Gebet

Wir wollen auch von den Schwierigkeiten sprechen, die wir heute beim Gebet antreffen. Es gibt heute eine ganze Menge von Widerständen, die sich gegen das Gebet richten. Manchmal haben wir auch den Eindruck, dass sich die Mächte der Finsternis gegen uns verschworen haben, um uns am Gebet zu hindern:

l) Das Gebet des Herrn

Wir wollen zum Schluss noch kurz das "Vater unser" betrachten, das uns Jesus selbst gelehrt hat. Jesus ladet uns ein, Gott als "Vater" anzusprechen. Er schafft damit die Voraussetzung für eine Gebetshaltung, die ganz vom Vertrauen und von der Liebe zu Gott geprägt ist. Gleichzeit weist Jesus darauf hin, dass dieser Vater "im Himmel" ist und damit auch der unendlich erhabene Gott ist, dem wir uns voll Demut nähern sollen. Jesus spricht dann sieben Bitten aus, die wir Gott vortragen sollen. Die ersten drei Bitten beziehen sich auf Gott, die nächsten vier beziehen sich auf den Menschen. Wir sollen Gott bitten, dass sein Name geheiligt werde, d. h. dass er von den Menschen anerkannt und verehrt werde. Weiters bitten wir, dass das Reich Gottes komme und damit die Gerechtigkeit und der Friede Gottes immer mehr verwirklicht werde. Die dritte Bitte gilt dem Anliegen, dass auf Erden Gottes Wille geschehe und die Menschen Gott gehorchen mögen. In den nächsten vier Bitten erflehen wir von Gott unser tägliches Brot und damit unseren Lebensunterhalt. Weiters bitten wir Gott um die Vergebung unserer Schuld und versprechen gleichzeitig, dass wir auch unseren Mitmenschen verzeihen. Schließlich bitten wir Gott auch um den Beistand in der Versuchung und um die Erlösung von allem Bösen. Im "Vater unser" hat uns Christus auf jene Schwerpunkte hingewiesen, auf die es beim Gebet wirklich ankommt. Auf diese Weise bitten wir Gott um jene Dinge, die zu seiner Verherrlichung und zur Erfüllung von uns Menschen führen.

ZUSAMMENFASSUNG:

DAS GEBET ZU GOTT

a) Das Wesen des Gebets
b) Das Gebet des Herzens
c) Die Arten des Gebets
d) Das freie Gebet und das Formel-Gebet
e) Das Einzel- und das Gemeinschafts-Gebet
f) Die Haltung beim Gebet
g) Die Zeiten des Gebets
h) Die Dauer des Gebets
i) Die Orte des Gebets
j) Die Beständigkeit im Gebet
k) Die Schwierigkeiten beim Gebet
l) Das Gebet des Herrn

6) DER GLAUBE IN GEFAHR

Das erste Gebot weist auch darauf hin, dass der Glaube gewissen Gefahren ausgesetzt ist. Im ersten Gebot heißt es, dass der Mensch keine Götzen anbeten solle. Bei diesen Götzen handelt es sich um Personen und Dinge, die wir an Stelle Gottes verehren und die uns wichtiger sind als Gott.

a) Der Kampf mit den Götzen

Der Glaube wird heute von vielen Dingen behindert, die dem modernen Menschen wichtiger zu sein scheinen als Gott und seine Gebote: Das Fernsehen hindert uns oft daran, ein ordentliches Abendgebet zu sprechen und blockiert häufig auch das gemeinsame Familiengebet. Das Schifahren, Bergsteigen und Wandern nimmt uns so gefangen, dass wir nicht selten die Sonntagsmesse weglassen. Die Disko führt dazu, dass wir am Wochenende die ganze Nacht durchfeiern und dann am Sonntag k.o. sind und nicht zur Messe gehen. Aber auch in anderen Bereichen gibt es massive Hindernisse für unseren Glauben an Gott: Der Hardrock blockiert unsere Antenne für Gott; die maßlose Arbeit macht jede Sonntagsheiligung unmöglich; das Geld und die Karriere führen häufig zur Missachtung der Gebote Gottes; die Bekanntschaft mit einem feschen Mann oder einer attraktiven Frau lässt uns die moralischen Grundsätze vergessen... Wir müssen heute ununterbrochen mit allen möglichen Versuchungen raufen, die ein Leben nach den Geboten Gottes auf raffinierte Weise verhindern. Es gibt heute eine ganze Menge von modernen „Götzen“, die wichtiger zu sein scheinen als Gott und seine Gebote. Jeder von uns muss klar erkennen, welche Dinge für ihn zum „Götzen“ werden können. Und dann gilt es, radikal und kompromisslos gegen diese „Götzen“ anzukämpfen!

b) Die mangelnden Glaubenskenntnisse

Eine große Gefahr für den Glauben sind heute auch die mangelnden Glaubenskenntnisse. Viele Menschen setzen sich einfach zu wenig mit dem Glauben auseinander. Sie haben keine klare Vorstellung von Gott, von Christus, der Kirche, den Zehn Geboten, den Sakramenten usw. Sie sind in religiöser Hinsicht oft die reinsten Analphabeten. Es ist heute allerdings auch öfters der Fall, dass bei der Sonntagsmesse zu wenig über Glaubens-Inhalte gepredigt wird. Auch beim Religionsunterricht wird oft viel zu wenig über die zentralen Glaubenswahrheiten gesprochen. Und schließlich werden auch bei Theologischen Kursen manche Lehren weitergegeben, die nicht mit der Lehre der katholischen Kirche übereinstimmen. Dazu kommt noch die Konfusion, die durch das Kirchenvolksbegehren entstanden ist. Auf diese Weise sind viele Katholiken ohne entsprechende Glaubenskenntnisse oder total verunsichert.
Es ist heute ein Gebot der Stunde, dass wir wieder mit der Glaubensunterweisung in den Familien beginnen. Es gibt gute Kinderbibeln, aus denen man den Kindern vorlesen kann. Es gibt aber auch manchen Katechismus, in dem die wichtigsten Glaubenswahrheiten klar und übersichtlich dargestellt sind (z.B. das Kompendium des "Katechismus der Katholischen Kirche".) Von entscheidender Bedeutung sind heute auch die Gebetsgruppen, in denen über den Glauben gesprochen wird. Durch das intensive Gebet, durch die Treue zu Papst und Kirche, durch die Betrachtung der Heiligen Schrift sowie durch den Austausch von guten Schriften und Büchern tragen diese Gruppen in ganz entscheidender Weise zur Erhaltung und Vertiefung des Glaubens bei.

c) Die anderen Götter

Eine Riesengefahr für den Glauben sind schließlich auch die „anderen Götter“: Viele moderne Menschen befassen sich heute mit allen möglichen okkulten Praktiken: Sie wenden sich an Magier, Astrologen und Kartenleger; sie interessieren sich für Tischchen-Rücken, Pendeln und spiritistische Sitzungen. Sie lesen Schriften über Esoterik (= weltanschauliche und religiöse Geheimlehren) und glauben an die göttlichen Kräfte in der Natur und im Menschen sowie an die Selbsterlösung und die Seelenwanderung. Viele Zeitgenossen zeigen ein lebhaftes Interesse an den Jugendreligionen und den östlichen Religionen. Es hat manchmal den Anschein, dass es auch der größte Unfug und Mist sein kann - wenn es nur nicht christlich ist! Um dieser unheimlichen Herausforderung gewachsen zu sein, bräuchte es heute von kirchlicher Seite eine umfassende Information auf breitester Ebene. Es wären aber vor allem brennende katholische Gruppen gefragt, die überzeugender sind als alle anderen Gruppen.

ZUSAMMENFASSUNG:

DER GLAUBE IN GEFAHR

a) Der Kampf mit den Götzen
b) Die mangelnden Glaubenskenntnisse
c) Die anderen Götter


ALLGEMEINER ÜBERBLICK:

ERSTES GEBOT: DU SOLLST AN EINEN GOTT GLAUBEN!

1) Die Existenz Gottes
2) Das Wesen Gottes
3) Die Bedeutung Gottes
4) Der Glaube an Gott
5) Das Gebet zu Gott
6) Glaube in Gefahr