Be Holy

Irgendwo, irgendwann begegnet dir ein Unbekannter, 
zu dem du Vertrauen fasst. 
Du kommst in ein anregendes Gespräch. 
In deiner Manteltasche hast du ein kleines Tonbandgerät 
aus Versehen eingeschaltet. 
Am Abend entdeckst du die Aufnahme. 
Du spielst sie ab, kannst aber nur mehr deine Stimme hören ...

 

Wie es mir geht, fragst du, was ich lese, was ich vorhabe,
wie ich meine Zukunft sehe und so?

Kennst du die Jugend, wenn du so fragst?
Nach der Ausbildung keine Stelle, im Alter keine Pension.
Vielleicht fliegt die Welt morgen in die Luft,
oder erstickt übermorgen im Smog.

Was ich von der Presse halte?

Nein, keine Zeitung bitte! Ekelig, die Horrormeldungen.
Ausgemergelte Inder und Afrikaner, Unfälle, Erdbeben, 
Wetterkapriolen - ausgeflippte Superreiche!
Und ich, du, wir? Sklaven sind wir, ja Sklaven.

Ob ich einen Lebensgrundsatz habe?

Ja! Lebe solange es geht!
Jetzt bist du jung, jetzt bist du gesund, jetzt kannst du lieben,
jetzt kannst du essen, jetzt kannst du träumen,
jetzt kannst du verrückt sein, jetzt kannst du leben!

Was ich von den Alten halte?

Was haben die Alten?
Meistens sind sie krank und mürrisch, unfreundlich und unzufrieden -
haben alles und haben nichts - haben alles versäumt!
Sie beneiden uns, wollen uns verbieten, zu leben wie sie leben wollten.

Ob nicht auch ich alt werde?

Ist mir egal, denk' ich nicht nach!
Das Leben ein Hauch, das Leben ein Rausch, das Leben ein Traum.
Ich sage mir: sauge es ein, lebe es aus, mache es bunt.

Meine Ziele willst du wissen?

Mensch, ist doch klar! Träume, liebe und lebe! 
Ich kann es singen: Be a dreeming one! Be a loving one!
Be a living one! Be - just be !!!

Ob es mich glücklich macht? Was nachher kommt, fragst du?

Die Sintflut, mein Lieber!
Hinter mir die Sintflut, was sonst! Ist mir auch egal! 

Dir nicht? 

Versteh ich nicht. Was bist du für einer? 
Wer schickt dich zu mir? Wer zahlt deine Nummer?

Du kommst von alleine?

Dann lass doch den Quatsch.
Ich frag nicht was kommt, was soll's, mir egal!

Ob ich ein Geisterfahrer bin?

Nein, bin ich nicht! Wie kommst du darauf?

Du meinst im Leben, falsche Richtung und so?

Wieso falsch?
Geht doch alles zum Tod, jede Richtung, mein' ich.

Das muss nicht sein, sagst du?

Bitte mach' mich nicht blöd! Es stirbt doch jeder einmal. 
Dann ist alles aus, und es kommen die Würmer!

Die fressen nur Fleisch, sagst du?
Ich aber bin mehr als Fleisch; hab' eine Seele in mir, die ewig lebt?

Das nehm' ich nicht ab, das sagen nur Dumme und Feige! 
Und wenn ich nicht sterbe, vielleicht lebe ich weiter 
als Käfer, Wurm oder Bär.

So leicht ist es nicht; es geht um Tod oder Leben - 
und ich muss etwas wählen?

Ich wähle den Tod!

Was, das ist ewiges Feuer?

Du bist mir ein Freund!
Du willst mich wohl schrecken mit Gruselgeschichten?

Du sagst: Fliehe ich Gott, dann wähl' ich das Feuer?

Vergiss diesen Gott, der droht und verbrennt!

Er liebt mich, sagst du?
Er hat mich geschaffen, hat alles gemacht?

Ich bin doch nicht mehr als DNS und Chemie!

Ob ich eine Blume geseh'n,
ihren Duft gerochen, einen Vogel bestaunt?

Ja, ich staune oft selbst wie die Natur das so macht!

Du fragst nach dem Grund?
Warum der Vogel denn fliegt, das Herz in mir schlägt;
nach Atem, Auge und Ohr?

Das muss doch so sein! Es ist so - weil es so ist!

Du fragst weiter: warum?

Warum? Vielleicht hast du recht, es fragt sich wirklich, warum?
Ich weiß nicht warum! Es bleibt - die Kraft der Natur.

Die Materie ist tot, sagst du,
sie lebt durch den Geist, den Gott ihr verleiht?

Wer ist dieser Gott, von dem du da sprichst?

Er ist ewiges Leben, er hat alles erschaffen,
es kommt alles von Ihm?

Das ist Dichtung und Mythos, ein Wunschtraum der Menschheit - 
und wenige glauben daran!

Du sprichst mir von Wahrheit?
Am Anfang, die Schöpfung war gut und vollendet,
es gab keinen Tod und kein Leid?

Wer sagt dir das alles? Ich spür' nichts davon!

Dein Gott sagt es dir?

Du redest mit Gott - und wie spricht er zu dir?

Er spricht schon lange durch Boten, die Gott selbst uns gesandt?
Ihre Botschaft steht in der Schrift, in der Bibel der Christen, sagst du?

Diese Boten sind sicher die alten griesgrämigen Nörgler, 
die uns das Leben vermiesen!

Nein, sie waren froh, selbst im Leid?
Sie bezeugten ihr Wort auch ohne Angst durch den Tod? 

Das ist alles sehr seltsam für mich!
Also, Gott hat alles erschaffen, sagst du, 
alles war gut, was kam dann?

Durch eigene Schuld,
aus freier Entscheidung hat der Mensch von Gott sich getrennt?
Du sagst, ohne Gott verfiel er dem Tod?

Das kann ich nicht glauben, das ist mir zu fremd.
Ich glaube allein an den Tod, und dann ist es aus!

Der Tod ist kein Ende?
Das Ziel des Todes ist Leben, ein Leben mit Gott, sagst du?

Was soll da noch leben, wenn alles stirbt und verfault?

Einer, sagst du, einer, hat den Tod bezwungen?

Was kann einer schon tun? Einer ist keiner, mein Freund!

Der Eine war Gott?

Ein altes Märchen, für Omas und Kinder!

Der ewige Gott, wie du sagst wurde Mensch, so wie wir?
Er hat hier auf Erden gelebt. Er wurde grausam ermordet,
hat unsere Schuld getragen und sie am Kreuze vernichtet?

Ist Gott wirklich am Kreuz gestorben, Mensch, dann ist er doch tot!

Nein, du sagst, dass Er lebt? Er lebt auch noch heute?
Er ist auferstanden vom Tod - und Sein Gab, das ist leer -
und vielen Menschen ist Er erschienen?

Hirngespinste, Suggestion, bla, bla,
niemand ist mir erschienen, niemals!

Ich kann Ihn auch finden ohne zu sehen, sagst du?
Wenn ich Ihn suche, begegne ich Ihm?

Ich soll jemanden suchen, den ich nicht kenne?

Er will, dass ich Ihn kennen lerne, weil Er mich liebt, meinst du?

Und wenn ich die Suche versuche, was muss ich dann tun?

Ich solle mich öffnen vor Gott,
mein Leben betrachten, all den "Mist" eingestehen?

Ach, mach mich nicht toll, ich bin keine Adresse für Frömmler!
Es ist mir schon leid um die Zeit!

Ein Kampf sagst du, tobe um mich?

Was soll das Gerede?
Oder kämpfst du mit mir? Ich sehe sonst keine Gefahr!

Es ist ein geistiger Kampf,
von dem ich nichts spüre, weil ich von Gott mich entferne?

Aber es lebt doch fast jeder, nicht anders als ich 
und ich finde Gefallen bei allen!

Gott allein soll ich gefallen, nicht allen, meinst du?

Da kommt es mir hoch, soll Gebete ich lallen?
Jeder zeigt dann auf mich, und alle lachen mich aus!

Wenn die Freunde nicht lachen, lacht der Teufel, meinst du?

Den gibt es doch nicht - ist ein altes Gespenst!
Vielleicht doch - ein Schrecken bei nächtlichem Spuk -
ja, das hab' ich gespürt!

Er führt mich zum Tod, er führt mich ins Nichts, sagst du?

Ist es wirklich nicht aus nach dem Tod, wie ich glaube?
Kennt die Seele in mir keinen Tod?

Auch meine Seele lebt ewig in Licht oder Nacht - 
ob ich es will oder nicht?

Wenn du recht hast, mein Freund dann entscheide ich jetzt,
über Zukunft und Ewigkeit?

Das ist ja der Grund warum du dich mühst
und zu mir sprichst, sagst du? 

Plötzlich schaudert es mich!
Wenn alles so stimmt, wie du sagst, dann hab' ich alles verloren, 
dann ist alles zu spät!

Noch ist der Weg frei zu Gott, und nichts ist zu spät?

Kann Gott denn verzeihen, wenn es Ihn gibt, 
verzeihen, was ich getan?

Sein Leben hat Er für mich am Kreuz hingegeben?

Ist es denn wahr, dass Er mich liebt,
dass Er mich führt durch die Nacht?

Er hat jeden geführt, der Ihm vertraut', sagst Du?

Wenn ich Ihn suchen wollte, und dir vertrauen sollte - 
sag' mir: wo finde ich Ihn, den Gott, den du liebst,
den Gott, von dem du erzählst?

In mir, tief in mir, da wohnt mein Gott, meinst du?
Er will Ruhe, nicht Lärm, Friede, nicht Groll, Freude, nicht Hass?
Der Eine ist Gott und ist Mensch, Er hat alles gesühnt und alles beglichen?
Er starb und erstand, Er war tot und Er lebt, und Er tat es für mich?

Vielleicht stimmt, was du sagst, und mein Leben hat Sinn?
Doch wie geh' ich den Weg zu Gott, ganz allein?

Er gibt eine Hilfe, sagst du?

Wie kann ich das verstehen? Wer geht denn mit mir?

Gott wurde Mensch für uns Menschen.
Er kam in die Welt durch Maria, "die Frau"?

Das verstehe ich nicht, was macht diese Frau?

Die Frau hat der Welt den Erlöser geboren,
die Rettung für uns kam durch sie?

Das ist Geschichte, mein Freund, was hat das mit mir heut' zu tun?

Gott selbst hat Maria erwählt, als Weg hin zum Heil?
Er wirkt Wunder durch sie noch in unserer Zeit?

Was, Wunder wirkt sie in unserer Welt, Maria, die Frau?

Sie wirkt Wunder im Herzen?
Sie weckt Sehnsucht in mir, zur Umkehr zu Gott, sagst du?

Wenn ich es versuche, was muss ich dann tun?

Ich soll mich wenden zu Gott, zu dem Gott der mich liebt?
Ich soll mich taufen lassen im Namen des Einen;
des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes?

Ohne mich zu fragen, hat man mich getauft;
das hat nichts bewirkt!

Ich muss auch etwas tun, sagst du
und annehmen, was die Taufe bewirkt?

Nun gut, das nehme ich an!

Wenn ich zur Taufe stehe wird Gott mich beschenken,
mit göttlichen Gaben, meinst du;
mit Friede, Liebe und Freude und anderem mehr?

Aber ob ich das schaffe, allein, ohne Freunde, die mich begleiten?

Er wird sie mir schenken, wenn ich vertraue, und ich werde leben?
Jetzt schon in Freuden und großem Frieden, in Ruhe und ohne Furcht.
Nach meinem Tod aber wartet im Licht die ewige Freude für mich?

Soll ich dir trauen, mein Freund?
Wenn ich dir glaube und deinem Gott, was kann mir geschehen?
Sterben muss ich so oder so! 
Doch hast du recht: ohne Glauben - ein Leben im Tod, 
mit Umkehr - ein Leben bei Gott?
Doch wo kann ich Ihn finden?

In der Kirche ist Er, und wartet auf mich?

Ich habe Ihn dort niemals gesehen, - 
ich habe Ihn auch niemals gesucht!

Im Brot ist Er dort, verborgen und still,
und Er wartet auf mich?

Das war mir nicht klar, hat mir keiner gesagt.
Warum geh' ich an allem vorbei?
Ich kann kein Wort beten, nur stammeln vor Gott -
plötzlich schäm' ich mich sehr!

Heilig sagst du, ist der Herr der mich sucht -
ein in Ewigkeit liebender Gott?

Ich habe Ihn selbst nie gesucht.
Ja, ich lief von Ihm fort und habe die Stimme in mir
mit Musik und viel Lärm zugedeckt.

Wenn ich mich zu Ihm kehre werde ich heilig, sagst du,
werde ich leben in Ewigkeit?

Gut, ich werde es wagen!

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Auch mit DIR geht der Freund
und im Herzen spricht Er:
Ich hab' dich lange gesucht,
höre auf Mich,
kehr' um und sei heilig -

be holy!

Das Leben, das die W e l t vergöttert,
hat es Bestand?

Das Leben, das die S t a r s versprechen,
macht es glücklich?

Das Leben, das die P o l i t i k empfiehlt,
macht es frei?

Das Leben, das die R e i c h e n führen,
macht es froh?

Das Leben. das R o m a n e schildern,
ist es wahr?

Das Leben, das im R a u s c h e endet,
ist es schön?

Das Leben, das i c h  s e l b s t jetzt führe,
ist es erfüllt?

Be Holy