Geistlicher Rundbrief Nr.: 2/2001

Vergeben

...Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!

Liebe Mitchristen!

Vor kurzem schrieb mir eine Frau, die in ihrem Leben viel mitgemacht hat: „Wie Sie bereits wissen, hatte ich keinen leichten Weg zu bewältigen. Dabei war mir dieses Urvertrauen, aber auch Vergeben und Vergebung von großer Bedeutung. Ich habe zighunderte Male den Herrgott gebeten, allen Beteiligten zu vergeben. Ich tue es auch heute oder täglich, immer wieder durch das Vaterunser. Ich habe damit Gleiches nicht mit Gleichem vergolten. Dadurch konnte ich viele Chancen, Kräfte und Energien bzw. Gnaden für mich entdecken, was aber erst recht wieder sehr viel Neid und Unverständnis auslöste. Es war eine gewaltige Herausforderung... Somit habe ich aber doch den Wunsch, wenn es Ihnen möglich ist, über das Thema ‚Vergebung, Revolution bzw. Versöhnung’ zu reden.“

Diesem Wunsch möchte ich entsprechen, denn es ist wohl für fast jeden Menschen ein Thema zum Nachdenken, es ist schwierig, anstrengend, aber sehr wichtig für unser Miteinander.

Es geht mir auch die in einer Zeitung unseres Landes wiedergegebene Erzählung von einem jungen Ehepaar nicht aus der Erinnerung, das nach der ersten Zeit der großen Verliebtheit allmählich vom Alltagsleben eingeholt wurde und gegen gewisse Spannungen im Zusammenhang mit manchen Kleinigkeiten des Miteinanders anzukämpfen hatte. Die beiden waren gewohnt, in der Früh gemeinsam (und doch jeder für sich) zu beten, und da spürte der Ehegatte plötzlich und ganz deutlich in seinem Herzen die Regung von Gott her: „Bitte sie um Vergebung!“ Da er aber davon überzeugt war, dass sie die Schuld an den Spannungen hatte, bäumte sich in seinem Inneren sofort Widerstand auf. Er sagte zu Gott: „Sie muss doch mich um Vergebung bitten!“ Aber bereits im nächsten Augenblick stand von neuem unmissverständlich die Aufforderung des Herrn im Raum: „Bitte sie um Vergebung!“. Nach Beendigung der Zeit des Gebetes wandte er sich tatsächlich liebevoll und ernst an seine Frau und bat sie um Vergebung. Sie war gerührt. Sie sagte: „Ich hätte Dich um Vergebung bitten müssen, und ich bitte Dich darum. Du bist mir zuvor gekommen. Ich danke Dir.“ Sie sprachen sich aus, gestanden einander, was sie in den vergangenen Wochen gestört hatte und versprachen gegenseitig, sich zu bemühen. Es war ein echter Neuanfang, und sie waren froher denn je.

Selber keine Schuld haben? – Ehrlich eigene Fehler sehen lernen

In unserem Inneren tragen wir wohl alle viele Abwehr- und Selbstverteidigungsmechanismen, die bei Konflikten und Auseinandersetzungen die Wirklichkeit häufig verzeichnen. Wenn wir ehrlich sind, werden wir oft eingestehen müssen, dass wir zum Entstehen der Schwierigkeiten unseren Beitrag geleistet haben. Manchmal reagieren wir zu empfindlich oder es mangelt uns an Geduld; es kann sein, dass wir überreizt sind oder zu angespannt; es kann daran liegen, dass wir die Probleme des anderen zu wenig bedacht haben oder auf uns beziehen, was eigentlich in der Situation oder der Vorgeschichte des anderen seinen Grund hat.

Neigen wir nicht alle dazu, für die Fehler und Schwächen der anderen sehr scharfsichtig zu sein, die eigenen Schattenseiten dagegen zu verharmlosen, zu entschuldigen oder gar auszublenden? Wir sollten uns dessen bewusst sein: Das Wort Jesu vom Splitter, den wir im Auge des anderen bemerken, und vom Balken, der oft in unserem eigenen Auge steckt (vgl. Mt 7, 3), ist nicht bloß für andere, sondern meist für uns selbst zutreffend. Bei Schwierigkeiten in unserem Umfeld dürfen wir uns die Frage nie ersparen: Inwieweit liegt es an mir? Was habe ich dazu beigetragen? Und wir sollten uns nicht zu lange mit der Überlegung aufhalten, wer mehr Schuld hat und wer sich daher zuerst entschuldigen müsse. Wenn wir den ersten Schritt setzen und um Vergebung bitten, werden wir zumeist gute Erfahrungen machen. Vor allem geht es darum, vom Verhaltensmuster Aug um Aug, Zahn um Zahn Abschied zu nehmen, fair zu handeln und mit Achtung und Würde einander zu begegnen. Das bedeutet aber nicht, alles Negative des anderen einfach passiv hinzunehmen oder gleichgültig zu übergehen.

Die Notwendigkeit, den anderen auf Fehler aufmerksam zu machen.
Unsere Pflicht zu helfen.

Jesus sagt: „Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm“ (Lk 17, 3b). Das ist für viele Menschen - vielleicht für uns alle? – ein schwieriges Kapitel in der Lehre Jesu.

Zum einen fällt es uns insbesondere gegenüber uns gleich- oder sogar höher gestellten Personen schwer, sie auf etwas aufmerksam zu machen, was unseres Erachtens falsch ist. Wir haben Hemmungen, möchten dem anderen nicht nahe treten; wir haben Angst, wir könnten den anderen verletzen, es könnten Nachteile für unsere Beziehung zu ihm/ihr entstehen. Ein Streit könnte sich entwickeln, vielleicht käme es zu Benachteiligungen, vielleicht würde es uns der andere nachtragen usw.. Sollten wir es nicht trotzdem tun, sagen, was zu sagen ist, freundlich und voll Verständnis, mit dem Wunsch zu helfen? Es ist oft traurig, dass manche Fehler und Schwierigkeiten eines Menschen, vielleicht einer wichtigen Person von vielen bemerkt, vielleicht auch lieblos kritisiert werden, dass sich aber niemand dazu aufrafft, mit dem Betroffenen ehrlich und offen zu reden. Es kann auch die Ursache dafür sein, dass sich allmählich die Atmosphäre in der Familie, am Arbeitsplatz oder in einer Vereinigung verschlechtert und eine gewisse Entfremdung untereinander eintritt. Sind wir nicht oft zu feige und im Grunde genommen lieblos, wenn wir aus einer falsch verstandenen Höflichkeit manches nicht sagen, was wir nicht vorwurfsvoll, aber doch deutlich und klar sagen sollten?

Ein anderes Problem betrifft die vermutete oder nach unserem Empfinden vielleicht schon längst „bewiesene“ Uneinsichtigkeit des anderen.

Einmal vergeben, dazu sind wir meist bereit, wobei allerdings auch noch viel davon abhängt, worum es sich handelt. Es kann uns ein Fehler des anderen derart schwer verletzen oder als so gravierend erscheinen, dass uns ein wirkliches Vergeben – so, dass nichts zurückbleibt, auch kein Argwohn – sehr schwer oder fast unmöglich scheint. Von Gott heißt es: „Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen, für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade“ (Ps 86, 5) und an anderer Stelle: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: Herr, höre meine Stimme! Wende Dein Ohr mir zu, achte auf mein lautes Flehen! Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, Herr, wer könnte bestehen? Doch bei dir ist Vergebung, damit man in Ehrfurcht dir dient. Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll Vertrauen auf sein Wort ...“ (Ps 130, 1-5). Die Kirche lehrt, dass Gott jede Sünde, die aufrichtig bereut wird, vergibt, und zwar ganz und für immer. Wir tun uns oft mit dem uneingeschränkten Vergeben schwer, weil unsere Eigenliebe ein Hindernis darstellt und unsere Fähigkeit zu vertrauen begrenzt ist, oft allzu begrenzt. Wir werden wohl nie so weit kommen, dass wir so vollkommen vergeben können, wie Gott es tut, trotzdem ist unser diesbezügliches Bemühen ganz wichtig.

Besonders schwierig wird es für uns, wenn der andere immer wieder in seinen alten Fehler zurückfällt. Wir neigen dann sehr bald dazu zu sagen: Es ist genug. Ich habe schon alles versucht, im Guten und im Bösen; er/sie ändert sich nicht. Wir übersehen dabei: Wenn wir nicht mehr zu vergeben bereit sind, obwohl der andere sich um Besserung bemüht, stehen wir im Gegensatz zur Weisung Jesu. Er sagt: „Und wenn er (dein Bruder) sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben“ (Lk 17, 4). Im Mathäus-Evangelium sagt Jesus sogar, dass man nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzig Mal vergeben müsse, denn Petrus hatte nachgefragt: „Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?“ (vgl. Mt 18, 21-22).

Es lohnt sich, über die Wege nachzudenken, die uns Jesus in Bezug auf das Zusammenleben mit den anderen und den Frieden mit ihnen gezeigt hat.

Erfinderisch sollten/müssten wir werden in der Überwindung von Beleidigungs- und „Kränkungsfolgen“.

Liebe ist die entscheidende Frage

Am Vorabend seines Leidens erklärt Jesus seinen Jüngern: „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Joh 13, 34). Seine Liebe muss das Modell unserer Liebe sein, dann werden wir den Weg finden, der zur Vergebung fähig macht, und das kann tatsächlich eine richtige Revolution bewirken.

Christus liebt wie Gott liebt, weil er selbst Gottes Sohn, Gott ist. Gott vergibt den Menschen, sobald diese ihr Unrecht einsehen und zur Umkehr bereit sind, sofort, ganz und für immer, weil seine Liebe vollkommen ist. Wir brauchen oft Zeit und müssen auch den anderen Zeit lassen, um nach erlittenen Verletzungen, Enttäuschungen, Konflikten einen gewissen inneren Abstand und jenes seelische Gleichgewicht zu gewinnen, das für einen Versöhnungsversuch Voraussetzung ist. Vor allem müssen wir in der Liebe wachsen...

Gott zieht auch nie seine Liebe zurück. Im vierten eucharistischen Hochgebet heißt es: „Als er (der Mensch) im Ungehorsam deine Freundschaft verlor und der Macht des Todes verfiel, hast du ihn dennoch nicht verlassen, sondern voll Erbarmen allen geholfen, dich zu suchen und zu finden. Immer wieder hast du den Menschen deinen Bund angeboten und sie durch die Propheten gelehrt, das Heil zu erwarten. So sehr hast du die Welt geliebt, Heiliger Vater, dass du deinen eingeborenen Sohn als Retter gesandt hast, nachdem die Fülle der Zeiten gekommen war...“ und der hl. Paulus lehrt, dass ER uns zuerst geliebt hat. „Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben“, schreibt er im Römerbrief (Röm 5, 6).

Von Gott lieben lernen, das ist der Weg, der zu Vergebung und Versöhnung führt. Das darf freilich nicht zu einfältig verstanden werden. Auch bei Gott ist – wie bereits gesagt - unumgänglich, dass der Schuldige sein Unrecht einsieht. Vergeben bedeutet nicht, sich in Gutmütigkeit ausnützen zu lassen, wohl aber müssen wir zu Vergebung bereit sein und Verbitterung oder Groll unserem Herzen möglichst fernhalten.

Die Bedeutung des Gebetes und der Sakramente

Die Erfahrung der Frau, deren Brief ich anfangs zitierte, nannte eine wichtige Erfahrung: das Gebet des Vaterunsers wirkte verändernd. Aufrichtig, andächtig und offenen Herzens sollten wir die Bitte aussprechen: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“ und vorher wenden wir uns an „unseren Vater im Himmel“, verlangen nach dem Kommen seines Reiches, bekunden unsere Offenheit für das Geschehen seines Willens.

Wenn wir uns in unseren kleinen und großen Nöten an Gott wenden, den Heiligen Geist um seinen Beistand bitten, werden uns immer wieder jene Impulse „von oben“, jene Eingebungen und Einsichten zuteil werden, die uns das Gespräch, die versöhnungsbereite Geste mit den anderen suchen lassen; oft wird uns dabei auch unser eigenes Fehlverhalten bewusst. Wir bitten dann die anderen und Gott um Vergebung. So wird Versöhnung möglich und der Friede kann sowohl in unser Herz als auch in unser Haus oder an unseren Arbeitsplatz einziehen.

Im Umgang mit Gott werden wir auch den schwierigen Weg der Geduld erlernen. Gott hat Geduld. Auch wir müssen Geduld haben. Der hl. Paulus lehrt: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht“ (1 Kor 13, 4).

Auf uns allein gestellt können wir den Weg zur großen Liebe, die Christus lehrt, nur sehr schwer - wenn überhaupt – finden und vor allem kaum durchhalten. Trotz bester Vorsätze werden wir wahrscheinlich alle manchmal erneut gestehen müssen, dass uns die Geduld verloren gegangen, Bitterkeit in uns aufgekommen ist, vielleicht sich sogar – obwohl wir das nicht wollten - Groll in unserem Herzen eingenistet hat. Wir werden dann auch übermäßig reizbar, was offenkundig zu wahrer Liebe im Gegensatz steht, denn im Hohen Lied der Liebe heißt es, dass die Liebe sich nicht zum Zorn reizen lässt und das Böse nicht nachträgt (Vers 5). Paulus sagt sogar: „Sie (die Liebe) erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand“ (Vers 7).

Oft werden wir unser Ungenügen eingestehen und erneut nach Wegen suchen müssen, die zu Vergebung und Versöhnung führen. Wir brauchen dafür die Hilfe Gottes, die uns Christus gebracht hat. Daher ist gerade auch in diesem Zusammenhang der Empfang der Sakramente wichtig und hilfreich: Im Ringen um ein gutes Miteinander in der Familie, am Arbeitsplatz oder mit unseren Freunden und Nachbarn ist immer auch Umkehr unsererseits nötig. Oft bedürfen wir selbst der Vergebung Gottes, auch wenn wir nicht allein Ursache der Spannungen und Konflikte sind. Die Vergebung Gottes wird uns insbesondere durch den Empfang des Bußsakramentes zuteil. In der Beichte haben wir Gelegenheit, unsere Schwierigkeiten – z.B. unseren Mangel an Geduld, unsere übermäßige Reizbarkeit, unsere Verletztheit und Empfindlichkeit, unser nachtragendes Wesen oder unseren vielleicht tief sitzenden Groll einzugestehen, um Vergebung und Hilfe zu bitten. Das gibt uns Kraft für ein beharrliches Bemühen und für einen Neuanfang, wann immer ein solcher nötig ist, auch für ein Durchhalten in Situationen, die schwierig sind und sich nicht immer verändern lassen.

Der bewussten Feier bzw. Mitfeier der hl. Eucharistie kommt eine zentrale Bedeutung zu, denn dort hören wir Christi Wort, erleben wir seine Hingabe am Kreuz und auf dem Altar zur Rettung der Menschen, dort empfangen wir seine Hilfe und seine Kraft, um mit seiner Liebe zu leben. Nur verbunden mit Christus, gestärkt durch seine Speise – das tägliche Brot des Vaterunsers, die hl. Kommunion – werden wir den Weg finden, um liebevoll zu sein, zu werden und zu bleiben.

In der Liebe wachsen

Es sollte uns bewusst sein, dass es zu unserem jederzeit aktuellen Lebensauftrag gehört, in der Liebe zu wachsen. Es ist häufig nicht leicht, den Menschen in Liebe zu begegnen. Manchmal leiden unsere Beziehungen unter Abnutzungserscheinungen, weil wir zu wenig ehrlich miteinander waren (bzw. sind), nötige Klärungen ausgeblieben sind, weil wir manchen Schwierigkeiten ausweichen oder zu sehr mit anderem beschäftigt und deshalb jenen gegenüber, die an unserer Seite sind, unaufmerksam und nachlässig gewesen sind. Oft mag es auch daran liegen, dass es an innerer Spannkraft mangelt, dass wir einfach dahin leben und uns von den Gegebenheiten des Alltags treiben lassen, ohne unser Leben aktiv und bewusst in Gott verankert zu gestalten. Es ist dann ein neuer Anlauf erforderlich.

Nicht zu übersehen ist auch, dass manche Mitmenschen wahrscheinlich wegen ihrer großen Probleme wahrhaft „schwierig“ sein können. Auch Jesus hat unter seinen Zeitgenossen zu leiden gehabt. Sie haben ihn ans Kreuz geschlagen. Und trotzdem rief er: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23, 34). Im Miteinander sind Schwierigkeiten nicht immer vermeidbar.

Die große Liebe ist oft – immer? – mit Leiden verbunden. Unser Leben bleibt „Stückwerk“. Manchmal müssen Eltern darunter leiden, dass ihr Kind nicht den Weg geht, den sie ihm so gerne zeigen wollten. Manchmal müssen wir unter den Problemen einer oder mehrerer Person(en), die uns nahe stehen, leiden. Wir können diese Probleme oft nicht lösen, müssen sie mittragen. Andere Male können uns charakterliche Unterschiede sehr zu schaffen machen oder vorgefallene Missverständnisse einen derart komplizierten Knoten bilden, dass wir ihn nicht – jedenfalls nicht sofort – lösen können, oder geschehene Verwundungen können so tief sitzen, dass eine Heilung viel Zeit braucht und vielleicht sogar die Verständigung untereinander erschwert oder fast unmöglich geworden ist.

In allen diesen Fällen sind Gebet, der verstärkte Umgang mit Christus, die Suche seines Haltes und seiner Hilfe eine Grundlage, die uns Hoffnung gibt; oft sind wir aber auch selbst gefordert: wir müssen uns bemühen, zunächst zumindest einmal höflich und korrekt zu allen zu sein, wir müssen nach Wegen zu einem konstruktiven Miteinander suchen, Zugang zueinander finden, damit es doch noch zur Klärung kommt, sobald die Zeit dafür reif ist. Wir müssen und werden dabei innerlich wachsen und dürfen niemals und niemanden aufgeben, denn „die Liebe hört niemals auf“ (1 Kor 13, 8).

Schließlich ist unbedingt zu erwähnen: Eine große Hilfe im Bemühen um Liebe, um Wachstum und Reifung in der Liebe ist die Gottesmutter Maria, die in der Liturgie der Kirche auch „Mutter der schönen Liebe“ genannt wird. Der Blick auf ihr Leben, auf ihre Haltungen, vor allem aber auch die Bitte um ihre Fürsprache werden uns stärken und stützen, die nötigen Regungen des Heiligen Geistes vermitteln und uns den Weg zur Liebe – Christus – finden lassen.


Mit dem Wunsch, Gott möge Ihr Bemühen segnen, grüßt

+ Klaus Küng