Wer sich Gott zuwendet erfährt, dass er nahe ist

Bischof Küng bei Katechese für Jugendliche im Stift Göttweig

Zu einer Eucharistischen Anbetung und anschließender Katechese in Zusammenhang mit dem XXI. Weltjugendtag hatte Bischof DDr. Klaus Küng am Palmsonntag Jugendliche in das Jugendhaus Stift Göttweig geladen.

Jesus geht an einer Bitte nie vorbei

 

"Liebt das Wort Gottes und liebt die Kirche", war das Thema, zu dem Bischof Küng die biblische Erzählung des blinden Bartimäus, der durch Jesus wieder sehend geworden war, als Ausgangspunkt seiner Betrachtung machte. Bartimäus wollte wieder sehen können und ließ sich von niemandem abbringen, Jesus zu bedrängen. Es gibt es in der Bibel viele Szenen, in denen Jesus scheinbar nicht auf den Hilferuf der Menschen hört, sagte der Bischof. Aber es gebe auch keine Stelle in der Bibel, in der die Bitten an Jesus schließlich nicht doch erhört werden. So sollten auch die Betenden und Bittenden heute überzeugt sein, dass Jesus an einer Bitte nie vorübergeht, sondern immer stehen bleibt und darauf hört. Er sei immer nahe, auch wenn man in gewissen Situationen meine, er sei weit weg. Bartimäus, so der Bischof, wurde nicht nur sehend, sondern folgte Jesus auch nach. Für uns heute sei es wichtig zu erkennen, was Gott von jedem erwarte und was im Leben eines jeden wichtig sei.
Gott spricht immer im Leben die Menschen an, manchmal durch eine Person, ein Buch oder ein Ereignis. Wer sich so Gott zuwende, werde erfahren, wie nahe er sei. Doch spricht niemals wegen seiner eigenen Erfüllung an, sondern stets auch dahin, für andere da zu sein. Und der Bischof rief die Jugendlichen auf

"Dort wo du bist, soll Christus sein, soll Licht sein,
soll es Verständnis geben, soll sich Frieden verbreiten".

Der Glaube gibt dem Leben Sinn
In einem abschließenden lockeren Gespräch konnten die Jugendlichen dem Bischof verschiedene Fragen stellen. Etwa, ob es auch Zeiten des Zweifels gegeben habe, wie die Liebe zur Kirche gewachsen sei oder welche Bedeutung die Jugend in der Kirche habe.
Der Bischof unterstrich in seinen Antworten, dass es in jedem Leben auch "Wüstenphasen" gebe, in denen es nicht immer leicht sei. Die Jugend aber, so der Bischof, sei die Zukunft der Kirche. Er freue sich über viele Initiativen in der Diözese. Im Grunde komme es aber auf die Begegnung mit Gott an, dass alle Jesus entdecken. Bei Gott gebe es immer eine Lösung für die Probleme. Es zeige sich, dass der Glaube eine große Hilfe für das Leben sei und ihm Sinn gebe. Der Glaube sei der Weg zur Freude, betonte Bischof Küng abschließend.